Kategorie: Reinlesen (Seite 1 von 2)

Abstand halten? – Mer stonn zesamme!

Mit Kronen kennen sich die Kölner aus, haben sie doch davon nicht weniger als drei im Stadtwappen. Darum ist die lateinische Form Corona auch nur ein vorübergehendes Schreckensszenario. Denn der Kölner zeigt Gelassenheit. Et hätt ja noh immer jot jejange. Ich erspare mir hier die oft strapazierten Scherze über Toilettenpapier. Die Vorräte reichen über Monate. Auch die Nudeln. Was jetzt zählt sind die kleinen Hilfen, die man sich gegenseitig anbieten kann, die Gedanken, die man sich auch für andere macht, den Mut, den man sich gegenseitig zuspricht. 

Abends um 21 Uhr gehen die Fenster auf und es wird applaudiert. Für die Helfer, die Betreuer und die Menschen, die trotz Krise ihrer Aufgabe nachgehen, um das notwendige am Laufen zu halten. Also den Leuten, denen in diesen Zeiten ein Krönchen gebührt. 

Vielleicht kommen wir alle zur Besinnung, denn in jeder Krise liegt eine Chance. Was ist wirklich wichtig im Leben? Wie gestalten wir die Zukunft? Wie wollen wir diese Stadt/Land/Welt zukünftig sehen? Niemand will wirklich so weitermachen, wie bisher. Die Erkenntnis und das Verständnis ist bei einer viel größeren Gruppe vorhanden, nur den Anfang zu machen, dazu fehlte vielen bisher der Mut. Die Corona-Krise erzeugt die nötige Fliehkraft, uns aus den bisherigen Kreisläufen herauszuschleusen und einen Neuanfang zu schaffen. Und unsere Volksvertreter sollten auch den Mut aufbringen, neu zu denken und sich damit ein Krönchen verdienen. 

Denkt drüber nach – fangt bei Euch und in unserm Veedel an! 

Diesen Text jetzt auch als Video-Lesung auf der Webseite der Volksbank Köln Bonn:
https://www.volksbank-koeln-bonn.de/mitgliedschaft/mitglieder/digitalesmitgliederprogramm.html

Ich freue mich über ein Like

© Jo Hagen 2020   www.jo-hagen.de

Du sollst nicht fringsen

Der Begriff „fringsen“ geht auf den ehem. Erzbischof Kardinal Frings zurück der Silvester 1947 den hungernden und frierenden Kölnern erlaubte, sich das zu nehmen, was sie durch ihrer Hände Arbeit oder Bitten nicht bekommen konnten um ein menschenwürdiges Leben zu führen. Veröffentlicht im Kölner Stadt-Anzeiger 01.02.2020.

Fringsen
Kölner Stadt-Anzeiger 01.02.2020

Der Buch-Hit der Session

>Krieg der Tollitäten< ist der Renner bei Karnevalisten und Menschen mit Feinsinn für Satire.

Köln Die Romansatire des Kölner Autors Jo Hagen >Krieg der Tollitäten<, erschienen im Kölner Marzellen-Verlag, mausert sich zum Buch-Hit der diesjährigen Session. Inzwischen halten der Präsident des Kölner Festkomitees und sein Stellvertreter, wie auch andere führende Karnevalisten das Buch in der Hand. Nach einigen erfolgreichen Lesungen freut sich Jo Hagen über die große Resonanz „Das Buch ist zum richtigen Zeitpunkt in allen Buchhandlungen erhältlich und ich bin glücklich über die tollen Kommentare. Mit so einem Start konnte ich mit meinem Romandebüt nicht rechnen.“

Die Romansatire handelt von den Höhen und Tiefen des Vereinskarnevals und spielt im fiktiven Ort Gestrath. Dort geht es organisatorisch drunter und drüber und der Präsident des Festkomitees Willy Schmitz hat alle Hände voll zu tun, die Karnevalisten auf Linie zu halten. In satirischer Übersetzung, aber dennoch lebensnah und authentisch, schildert Jo Hagen ein Jahr von Aschermittwoch bis Aschermittwoch und lässt dabei keine menschliche Schwäche aus.

Ein Buch, das zwischen Aachen und Münster, Mainz und Moers seine Leser finden wird.

Das Weihnachtsgeschäft läuft!
>Krieg der Tollitäten< bei der Mayerschen
Kein Thema ausgelassen, das Inhaltsverzeichnis von >Krieg der Tollitäten<

Krieg der Tollitäten

Die aktuellen Termine für Lesungen findest Du > hier

Romansatire über die Höhen und Tiefen des Vereinskarnevals

Das Vereinsleben, insbesondere bei den Karnevalisten, könnte so schön sein, wenn die Menschen nicht wären.

Willi Schmitz, Präsident des Festkomitees des Gestrather Karnevals, hat in dieser Session alle Hände voll zu tun. Der Kassenwart veruntreut die Kasse, die Unschuld des Tanzmariechens löst sich in Wohlgefallen auf und der Mottowagen des Prinzen wird abgefackelt. Da können Pfarrer Wolkenstein und die Frau des Bürgermeisters mit ihren Reibekuchen nur versuchen, die Wogen zu glätten.

Krieg der Tollitäten
ISBN 9783937795515
Hardcover 176 Seiten   € 12,95

Jetzt im Buchhandel

oder direkt hier portofrei im >>>>>>>>

Foto: Andreas Schwann

 

Premierenlesung am 14.01.2019 im Kölner Domforum

Foto: Andreas Schwann

 

Lesung im Alt-Poller-Wirtshaus, Köln

Zeitmaschine

Zeit ist etwas sehr kostbares. Zeit kann man nicht dehnen oder abkürzen. Die Zeit läuft für alle Menschen kontinuierlich, regelmäßig, Sekunden um Sekunde, Minute für Minute, Stunde um Stunde. Das subjektive Gefühl, die Zeit manipulieren zu können drückt sich in Begriffen wie „die Zeit lang werden lassen, Zeit abkürzen, Zeit einholen aus. Wir wissen alle, dass das nicht geht. Trotzdem versuchen wir Zeit zu sparen oder Zeit zu gewinnen. Dazu bräuchten wir eine Zeitmaschine. Und die scheint jetzt erfunden. 

Ein Nachbar überreichte mir kürzlich mit generöser Geste, sein Stolz war nicht zu übersehen, ein kleines Tütchen. „Kräutersalz“, sagte er, „aus eigener Herstellung.“ Ich sah ihn etwas ratlos an, denn ich hatte in unserem Wohnumfeld bisher noch keine Saline gefunden. „Mit unserem neuen Thermomix,“ erklärte er mit verschwörerischer Miene, „in nur 2 Sekunden!“ Er erwartete wohl ein ungläubiges Staunen, doch ich hatte eher einen verständnislosen Gesichtsausdruck. „Eine wahre Wundermaschine, mit der man komplette Mahlzeiten herstellen kann. Meine Frau liebt die Maschine. Wir machen alles damit. Eben auch Kräutersalz in 2 Sekunden.“ Artig bedankte ich mich. 

Abends auf der Vernissage , nachdem die Bilder und die Intellektuellen bewundert, das erste Sektglas geleert, die Platten mit dem Fingerfood lerrgeräumt waren, tauschte man Urlaubspläne und Erlebnisse. „..habe ich für meinen Thermomix eine spezielle Tasche und nehme ihn mit nach Teneriffa…“ hörte ich einen Gesprächsfetzen in meiner Nachbarschaft. Also auch bei der Bildungselite scheint sich diese Wundermaschine immer mehr durchzusetzen. „…Puderzucker, in einer Sekunde…“ hört ich weiter.  „Eine Sekunde!“ wurde mit verbalem Ausrufezeichen wiederholt, was mich an die berühmte Neujahrsrede Steubers erinnert, der in „zehn Minuten“ einen voll besetzten Hauptbahnhof zum Münchner Flughafen schicken wollte. 

Man kann sich jetzt fragen ob man im Urlaub auf Teneriffa unbedingt Puderzucker braucht.  Nur eine Sekunde aufzuwenden ist schon atemberaubend schnell, allerdings dafür die Maschine mitzuschleppen vielleicht nicht besonders effizient.

Für mich ergibt sich ein Rätsel, das dringend wissenschaftlicher Aufarbeitung bedarf:

Warum dauert Kräutersalz doppelt so lange wie Puderzucker?

Die Zeitmaschine gibt es jetzt zu kaufen. Sie ist auch nicht schwer zu finden. Beim nächsten gesellschaftlichen Ereignis treffen Sie jemanden, der sie zur Zeitmaschinenparty einlädt.

© Jo Hagen 2016

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